Speicherpreis-Krise 2026: Warum Notebooks teurer werden – und gebrauchte Business-IT an Wert gewinnt
Wer in diesem Frühjahr Notebooks oder Server beschafft, erlebt einen Markt, den es so seit Jahren nicht gab: Die Vertragspreise für Arbeitsspeicher haben sich laut Marktforscher TrendForce im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal nahezu verdoppelt – bei PC-DRAM sogar mehr als das. NAND-Flash, der Grundstoff für SSDs, verteuerte sich um 55 bis 60 Prozent. Für das zweite Quartal erwarten die Analysten weitere kräftige Aufschläge.
Der Grund ist die Nachfrage der KI-Rechenzentren: Speicherhersteller verlagern Kapazitäten auf High-Bandwidth-Memory und Server-Speicher, für PCs und Smartphones bleibt weniger übrig. Was das für IT-Budgets bedeutet – und warum ausgemusterte Business-Hardware plötzlich mehr wert ist als noch vor einem Jahr.
Was hinter dem Preissprung steckt
Der Ausbau von KI-Infrastruktur hat die Speichernachfrage strukturell verändert. Hyperscaler sichern sich per Langfristverträgen große Teile der Produktion, HBM-Chips für KI-Beschleuniger binden Fertigungskapazitäten, die früher für Standard-DRAM zur Verfügung standen. Neue Fabriken brauchen Jahre; Branchenbeobachter rechnen nicht vor 2027 oder 2028 mit spürbarer Entlastung. Für Endgeräte heißt das: Hersteller reagieren mit höheren Preisen, kleineren Speicherkonfigurationen oder beidem.
Folgen für die IT-Beschaffung
Für IT-Verantwortliche wird die Rechnung unangenehm: Ein Business-Notebook mit 32 GB RAM und 1 TB SSD kostet spürbar mehr als noch 2025, Lieferzeiten verlängern sich, und Rahmenverträge werden nachverhandelt. Wer seinen Hardware-Refresh nach Plan durchziehen will, muss das Budget aufstocken – oder den Zyklus verlängern.
Genau hier liegt die Chance. Ein vier Jahre altes Business-Notebook mit 16 GB RAM und 512 GB SSD ist für viele Arbeitsplätze vollkommen ausreichend. Wenn Neugeräte teurer werden, steigt die Zahlungsbereitschaft für aufbereitete Geräte – und mit ihr der Restwert, den Unternehmen für ihre ausgemusterte Hardware erzielen.
Gebrauchte IT gewinnt an Wert – in beide Richtungen
Für Verkäufer bedeutet die Knappheit: höhere Ankaufspreise für Notebooks, Desktops und Server mit guter Speicherausstattung. Gerade Geräte mit 32 GB RAM oder großen NVMe-SSDs sind gefragt, weil sich das Nachrüsten für Käufer nicht mehr rechnet. Für Käufer bedeutet sie: Refurbished-Hardware ist eine wirtschaftliche Alternative, um Arbeitsplätze auszustatten, ohne den überhitzten Neugerätemarkt zu bedienen. Beide Effekte stärken die Kreislaufwirtschaft – und senken den Ressourcenverbrauch, denn jedes weitergenutzte Gerät spart die Rohstoffe und Emissionen einer Neuproduktion.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Erstens: Restwerte neu bewerten. Geräte, die 2025 kaum Erlös gebracht hätten, sind heute vermarktbar – ein aktueller Schätzwert lohnt sich. Zweitens: Ausmusterung nicht verschieben. Wer Altgeräte jetzt sauber löscht und in den Zweitmarkt gibt, nutzt das Preisfenster; wer wartet, riskiert, dass die nächste Gerätegeneration die Nachfrage wieder verschiebt. Drittens: Nutzungsdauer strategisch verlängern. Ein gestaffelter Refresh mit aufbereiteten Geräten für weniger anspruchsvolle Arbeitsplätze entlastet Budget und CO₂-Bilanz gleichzeitig.
Fazit
Die Speicherpreis-Krise ist ein Lehrstück in Kreislaufwirtschaft: Sobald Neuware knapp und teuer wird, zeigt sich der wahre Wert vorhandener Hardware. Unternehmen, die ihre ausgemusterten Geräte professionell vermarkten, finanzieren einen Teil ihrer Neubeschaffung – und liefern gleichzeitig Zahlen für den Nachhaltigkeitsbericht.
Quellen: TrendForce, Pressemitteilungen zur Speicherpreisentwicklung im ersten Quartal 2026 (Januar/Februar 2026) und zum Ausblick für das zweite Quartal 2026.
Warum sind Arbeitsspeicher und SSDs 2026 so teuer?
Die Nachfrage der KI-Rechenzentren nach High-Bandwidth-Memory und Server-Speicher bindet Fertigungskapazitäten. Für PC- und Smartphone-Speicher bleibt weniger übrig; die Vertragspreise für DRAM haben sich im ersten Quartal 2026 nahezu verdoppelt.
Wie lange hält die Speicherknappheit an?
Marktforscher erwarten für das gesamte Jahr 2026 eine angespannte Versorgung. Nennenswerte neue Kapazitäten werden erst gegen Ende 2027 oder 2028 erwartet.
Steigen dadurch die Ankaufspreise für gebrauchte Business-IT?
Ja, insbesondere für Geräte mit guter Speicherausstattung (32 GB RAM, große NVMe-SSDs). Ein aktueller Schätzwert zeigt, was Ihre Flotte heute wert ist.




